10 wichtige und nach der UVP-Verhandlung neu hinzugekommene Gründe, warum die geplante Müllverbrennungsanlage verhindert werden muß!

1. Die ungünstige topographische Lage

Die enge Tallage mitten im Ort mit dem sogenannten "Prallhang" Weißjackel führt zu häufigem Inversionswetter (Inversion= Grenze zwischen kalter Luft unten und Warmluft oben). Die Abgase der beiden Anlagen vermischen sich daher mit der feuchten Abluft und breiten sich unter den unteren Luftschichten aus. Die Warmluft legt sich über die kalte Luft. Es kommt zu einem "Deckel-Effekt". Die Schadstoffe bleiben im Ort (bis zu zwei Wochen) wie eine Glocke stehen und reichern sich täglich an.

2. Die im Umweltverträglichkeitsgesetz verankerte Kumulations-Bestimmung wird missachtet.

Die bestehenden Anlagen (Papierfabrik und Klärschlamm-Verbrennungsanlage) wurden ebenso wenig berücksichtigt wie die bestehenden Vorbelastungen früherer Betriebe
(Firma Hamburger, das frühere Hüttenwerk, die Firma Gebrüder Wüster, die Steinthal-Deponie etc….).

3. Der Immisions-Niederschlag

Es wurde nicht berücksichtigt , dass ein erheblicher Anteil der Schadstoffe nicht unmittelbar beim Schornstein als Immissionen niedergeht und in unsere Nahrungskette gelangt, sondern in einem Umkreis von 3 bis 5 km und je nach Wuindstärke darüber hinaus.

Die neu errichtete ASIA-Therme in Bad Erlach kriegt aufgrund der häufig vorherrschenden Westwinde die volle Ladung ab. Diese Müllverbrennung bedeutet nicht nur eine erhebliche Beeinträchtigung sondern auch den Niedergang der Therme, die u.a. mit mehr als 20 Millionen € Subvention (unser Steuergeld) durch das Land NÖ gebaut wurde.

4. Erhebliche Beeinträchtigungen umliegender Naherholungsgebiete sowie öffentlicher Einrichtungen

Nicht berücksichtigt werden Landschaftsschutzgebiete, Naturparks (Seebenstein mit Naturdenkmälern, Türkensturz) und sensible Bauten wie Schulen, Kindergärten, Genesungsheime (Mater Salvatoris), Altersheime (Scheiblingkirchen), die alle im Umkreis von 3 bis 5 km der geplanten Müllverbrennungsanlage liegen.

5. Technische "Sparvariante" der eingereichten Neuanlage

Höchster Stand der Technik bei der Reinigung von Abluft bei Abfallverbrennungsanlagen sind mehrstufige Systeme, bestehend aus beispielsweise einem Gewebefilter, einer mehrstufigen "nassen Rauchgaswäsche" sowie zusätzlichen Absorptionsverfahren zur Abscheidung von Dioxinen, Furanen und Schwermetallen, wie z.B.Quecksilber. Die "neue Hamburger Anlage" soll lediglich mit einem Katalysator und Gewebefilter ausgerüstet werden!

6. Die eingereichte Anlage ist kein "Ersatzbrennstoffkessel" , sondern eine klassische Müllverbrennung

Es kommen lediglich ca. 25% des "Eigenabfalles" zur Verbrennung. 75%! ist Müll, der (auch aus dem Ausland) in erster Linie per LKW Tag und Nacht herantransportiert werden soll!

7. Vermeintliche Arbeitsplatzschaffung in der Region

Durch die Müllverbrennungsanlage werden 6-8 Arbeitsplätze geschaffen, während in den Tourismusbetrieben (Therme, Hotels und Pensionen, Gastronomie) und den öffentlichen Einrichtungen hunderte Arbeitsplätze in Gefahr sind! Selbstverständlich werden auch die umliegenden Bauernhöfe und deren Produktvermarktung schwer gefährdet sein.

Die Arbeitsplätze der Firma Hamburger (ca. 200) sind aber keinesfalls durch die Verhinderung einer Müllverbrennung in Gefahr. Die Firma weist 2006 einen Bilanzgewinn von 46 Millionen € und im Jahr 2007 sogar von 54 Mllionen € aus.

In Gefahr sind sie nur dann, wenn die Firmenleitung sich aus dem Müllgeschäft mehr Gewinn erwartet und die Papierfabrik zusperrt!


8. Deckung des Energiebedarfes

Die neue Anlage soll lediglich 6% des gesamten Energiebedarfs und 20% des Dampfbedarfs der Firma decken. Dass dadurch eine wesentliche Kosteneinsparung und Wettbewerbsverbesserung erzielbar wäre, kann nur als Verhöhnung unser aller Intelligenz angesehen werden.

9. Das große "Müll-Geschäft"

Hamburger erhält pro Tonne Müll 150 - 200 €. Die Anlage ist so konzipiert, daß bis zu 85.000 t Müll pro Jahr verbrannt werden können. Eine Erweiterung der eingereichten Anlage ist bereits geplant. Dieser Müll wird dann ausnahmslos mit LKW herantransportiert werden. Dies bedeutet zu den bereits vorhandenen 300 bis 400 LKW Fahrten pro Tag dann eine Verdoppelung.

10. Die Gründung der Recycling GmbH

Diese unterstreicht die Absicht der Firma, sich in Zukunft hauptsächlich dem Müllgeschäft zu widmen.
Die Firma darf Müll sammeln, behandeln, mit Müll handeln, Müll verbrennen und Abwärme teuer verkaufen. Alles in einer Hand und gemäß den Einreichplänen alles unkontrolliert.
Wenn die Anlage einmal gebaut ist, so steht einer Erweiterung bzw. Erhöhung der Menge des zu verbrennenden Müll nichts mehr im Wege, wie andere Beispiele (sh. Graz) zeigen.

Das Pittental und seine Gemeinden von Grimmenstein-Edlitz bis Lanzenkirchen wird zum großen "Müllumschlagplatz" der "Genussregion - Bucklige Welt".